SURF CLUB STEINHUDER MEER

WINDSURFEN - KITESURFEN - TOP SPOT

Holger Kämmerer GER-311

 

Für Holger liegt Braunschweig am Steinhuder Meer. Keine Frage, das sehen wir genau so! Wenn die Windvorhersage stimmt sind die knapp 100 km zum Stein ruckzuck erledigt ... linke Seite Autobahn und dabei den gut motorisierten Bulli immer randvoll mit dem neuesten Severne- und Starboardstuff gepackt.

 

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Wir haben den sympathischen "ü30" mal nach seinem Surferleben befragt:  "Mardorf ist ja fast ein bisschen wie Hawaii"

SCSM: Hi Holger, eine typische Frage muss einfach vorangestellt werden. Wann, wo und wie hat dich der Surfvirus erwischt?

Holger: Uwe, das weiß ich noch ganz genau, Sommer 1982 hab ich einen Surfkurs auf Langeoog gemacht. So richtig auf einem Ten Cate, mit Holzgabelbaum, danach war ich so was von angefressen.

SCSM: Lass mich mal tippen ... Board- und Riggewicht zusammen so um die 35 kg?

Holger: Mindestens und bei jeder dritten Welle flog der Mastfuß raus und ich landete auf dem Allerwertesten. Trotzdem, das war so geil, zu Hause hab ich mir einen Ostermann Windglider ausgeliehen und hab dann auf einem stadtnahen Baggersee (heute würde da niemand mehr surfen) die lokale Surfscene unsicher gemacht.

SCSM: Komm, erzähl weiter. Hast Du die damals rasanten Enwicklungen im Windsurfen mitgemacht, Rucksack-Trapez mit hohem Haken, 360er "Funboard" mit Klappschwert und einer ganzen Fußschlaufenbatterie. Wann kam das erste eigene Material?

Holger: Zwei Jahre später gab es das erste eigene Brett, ein Hifly 555, alles in PE und 5 qm Segellappen auf 2,70m Gabelbaum. Glücklicher Weise hatte ein etwas schwerer Kumpel einen F2 Strato zu tauschen und ich genug Taschengeld für das erste Segel mit Latten, ein Hood Diamond Head Line. Darauf hab ich dann auch den Wasserstart gelernt, unglaubliche 4 Wochen Sommerurlaub auf Fehmarn. Und so ging es dann Jahr für Jahr weiter, Hifly Fun 320 + durchgelattete Noname Segel und später ein Hifly Race mit meinem ersten Camber Segel, 7.5 qm von Mistral, das ging so was von früh, das Zeug. Na ja, es lag evt. ja auch an 65 Kg Körpergewicht.  Damit wurde es dann auch sportlich, kleine Speedsegel mit 8 Cambern, vorzugsweise auf einer Cobra Radical 240 bewegt usw., das einzige, was ich wohl ausgelassen habe waren die Cut Aways. Einige dieser Schätzchen schlummern auch noch auf dem Dachboden und im Keller.

SCSM: Die 80er waren auch die große Zeit der "Surfspotentdeckungen". Das große Wochenend- und Urlaubsreisefieber mit Board auf dem Dach war ausgebrochen. Fehmarn, Sylt und ganz Europa wurde mit dem Bulli oder irgend einer Rostlaube mit Board auf dem Dach entdeckt. Hat es Dich auch herumgetrieben?

Holger: Na klar, zusammen mit einem Freund hab ich einen alten VW LT31 (den mit dem vier Zylinder Mähdrescher Diesel) zum Wohnmobil umgebaut und dann ging es ab an die Küste. Zur Mitte des Studiums sechs Wochen auf Tour ans Mittelmeer, da haben wir dann alle Spots abgeklappert, vom Speedkanal bei St Marie de la Mer über Leucate und Alicante, bis wir in Tarifa  gelandet sind. Danach ging es über Portugal und das spanische Inland rüber zur Atlantikküste, ein Traum sag ich Dir. Wenn ich irgendwann mal wieder so viel Zeit habe …

SCSM: Als Braunschweiger wohnst Du ja locker im "Einzugsgebiet" des Surfspots Steinhuder Meer. In Neustadt/Mardorf triffst Du seit vielen Jahren auf eine sehr große Surfszene. Was macht die Beliebtheit des Surfrevieres Steinhuder Meer für Dich aus?

Holger: Mardorf ist ja fast ein bischen wie Hawaii ;-), zumindest von Braunschweig aus betrachtet. Aber mal ernsthaft, das Revier ist topp und die Windausbeute für einen Formula- und Slalompiloten wie mich super, irgendwas geht immer, also fast immer. Dazu kommt die super chillige Atmosphäre bei Ralf im Surfers Paradiese und die vielen netten Freunde am Strand. Egal ob man sich auf DWC Niveau messen, entspannt freeriden oder einfach nur ausspannen will, es ist einfach alles möglich.

SCSM: Mit Formula und Slalom kannst Du am Stein einen überaus großen Windbereich abdecken. Zudem ist hohe Geschwindigkeit bei diesen Disziplinen Trumpf. Wie lange dauert es bis man diese Boards kontrollieren und die Geschwindigkeit ausreizen kann. Hast Du Tipps für engagierte Einsteiger/Aufsteiger?

Holger: Das kommt darauf an, auf welchem Niveau Du fahren willst. Spaß haben am Speed und dem Gleitfeeling, dass geht schnell. Bis zum DWC Top Fahrer sollte man etwas Trainingszeit einplanen, aber das muss ja auch nicht immer das Ziel sein. Der Tip für den engagierten Aufsteiger: „Lass Dich nicht von dem Gequatsche in den Foren abschrecken. Frag am Strand einfach mal und probier so eine Kombi aus. Du wirst sehen, dass neue Material ist wirklich einfach zu fahren und macht einen Höllenspaß.“

SCSM: Auf der Wunschliste der Regattaszene am Steinhuder Meer steht ganz oben ein Deutscher Windsurf Cup 2010 in Steinhuder mit mega Race- und Slalombedingungen. Dazu braucht es nicht nur die Telefonnummer von Petrus sondern auch sehr viel freie Zeit für Organisationsstress. Du hast als erfolgreicher Koordinator dieses super Events über die letzten Jahre viele Stunden Deiner Freizeit in dieses Projekt gesteckt. Wie kann es mit dem DWC in Steinhude weitergehen?

Holger: Als erstes möchte ich mich an dieser Stelle bei den Partnern bedanken, die uns die letzten Jahre so tatkräftig unterstützt haben und damit den  DWC am Steinhuder Meer, sei es in Mardorf oder Steinhude erst möglich gemacht haben. Jeder Event, ob mit oder ohne Wind war aus meiner Sicht ein Erfolg. Und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit diesen Partnern und den Freunden aus dem SC Steinhuder Meer an dem Projekt zu arbeiten. Für 2010 gibt es noch keine Entscheidung. Die Sponsorensuche wird, wie schon dieses Jahr schwierig und meine Zeit ist momentan auch etwas knapper geworden. Ich denke wir werden uns am Ende der Tourismussaison mit Willi Rehbock (Steinhuder Meer Tourismus GmbH) und Maike Scheunemann (Hannover Marketing GmbH) an eine Tisch setzen und sehen, was wir für 2010 auf die Beine stellen können.

Foto: Christian Schirbort